Pflege antiker Instrumente

Damit euer Instrument auch lange hält müsst ihr es auch ganz besonders gut pflegen. Wirklich wichtig ist dies vor allem für antike Instrumente, denn sie sind unter Umständen schon mehrere hundert Jahre alt. Die meisten dieser alten Instrumenten sind aus Holz gemacht, deswegen werde ich mich hier am meisten mit der Pflege von Holzinstrumenten auseinander setzen. Hinzu kommt auch noch das ich selbst mehrere antike Holzinstrumente besitze und mich deshalb deutlich besser mit dem Thema auskenne, als zum Beispiel mit Blechblasinstrumenten.

Als Erstes ist wichtig wo ihr das Instrument aufbewahrt. Dabei muss man besonders auf das Raumklima achten. Vor allem Holz leidet unter dem Klima in modernen, isolierten Innenräumen. Eine zu hohe Temperatur, eine gleichmäßige Wärmeverteilung durch Zentralheizung und trockene Luft schadet dem alten Holz. Dann kommt es nämlich zu Trockenschäden wie Rissbildung. Auch zu hohe Feuchtigkeit ist schlecht, denn sie lässt das Holz aufquellen. Beides macht die Instrumente praktisch unbrauchbar, da ihr originaler Klang zerstört wurde. Man sollte deshalb die antiken Instumente bei einer Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 Prozent aufbewahren. Auch die Temperatur muss stimmen. Museen haben maximal 18 Grad, denn höhere Temperaturen beschleunigen den Alterungsprozess von Antiquitäten.

Ein weitere wichtiger Aspekt bei der Erhaltung von antiken Holzinstrumenten ist der Schutz vor äußerer Zerstörung. Es wurden schon zu viele alte Instrumente oder Antiquitäten insgesamt, durch den Befall von Schädlingen zerstört. Dabei sind die größte Gefahr die Holzwürmer. Sie sind Käferlarven die im Holz abgelegt wurden und sich dann von ihm ernähren bis sie bereit sind zu schlüpfen. Sollten Sie auch nur die Vermutung haben, dass das Umfeld wo Sie ihre Instrumente lagern mit Holzwürmern befallen ist, sollten Sie die Instrumente so schnell wie möglich woanders unterbringen. Außerdem sollten Sie schnell eine professionelle Schädlingsbekämpfung rufen. Außerdem sollten Sie sich vorsorglich einmal über die Hinweise eines Schädlingsbefalls, wie man zum Beispiel einen Holzwurmbefall frühzeitig entdeckt. So können Sie die größten Schäden einfach vermeiden.

Aber nicht nur Schädlinge können den Instrumenten Schaden zufügen. Auch der Mensch ist der natürliche Feind von antiken Instrumenten. Wie viele Meisterwerke schon durch den Menschen, durch Unachtsamkeit kaputt gegangen sind kann wohl keiner so genau sagen. Wenn ihr selber ein antikes Instrument habt werdet ihr mich sicher verstehen und wissen wie vorsichtig man damit umgeht. Klar kann man trotzdem noch damit spielen, so zerbrechlich ist es auch nicht. Man sollte aber unter solchen Umständen immer das extra bisschen Vorsicht aufwenden, sodass das Instrument nicht mal einfach aus der Hand gleitet oder man es ausversehen an einer Wandecke anschlägt. Auch der Transport ist immer sehr nervenaufreibend. Deswegen ist es natürlich eigentlich besser, wenn ihr das sensible Instrument immer am selben Ort aufbewahrt. Das geht aber nicht immer, vor allem wenn man das Instrument noch aktiv benutzt und ihr in Konzerten auftretet. In dem Fall solltet ihr euch ein qualitativ hochwertiges Schutzbehältnis für euer antikes Instrument leisten. Hier zu sparen wäre ein Fehler.

Zusätzlich zu Schutz kommt natürlich auch noch die Pflege des Instrumentes. Zunächst einmal sollte man bevor man das Instrument pflegt, es von jeglicher Form von Staub entfernen, dazu nimmt man am besten ein sauberes Mikrofasertuch. Findet man Flecken, sollten man zunächst versuchen sie mit einem Stück feuchtem Leder zu entfernen. Diese beiden oberflächlich saübernden Methoden funktionieren für alle Oberflächen und für jedes Instrument. Bei stärkere Verschmutzung muss man sich jedoch erst mit der Beschaffenheit des Instrumentes auseinander setzen, denn nicht jede Politur und jedes Putzmittel eignet sich für jede Art von Holz und Instrument. Alte Klavier haben zum Beispiel oft eine Schellackpolitur. Sie dürfen nicht mit fetthaltigen Pflegemitteln gereinigt werden, da diese Schmierstreifen auf der Oberfläche hinterlassen. Stattdessen kann man Spiritus zu Reinigung verwenden, wobei man aber auch hier auf die Dosierung achten muss.

Ist der Lack schon fast abgetragen, ist es zeit das Instrument neu zu Lackieren. Schellack ist ein Naturprodukt und wird aus Schellack-Läusen und Spiritus gemacht. Das Lackieren sollte man aber einem Profi überlassen. Leider gibt es aber nur noch wenige die dieses Handwerk beherrschen und es ist deshalb besser es gar nicht erst so weeit kommen zu lassen. Beim Entfernen von Dreck sollte man aus diesem Grund besser nicht zu fest reiben. Die Pedale eines Klaviers sind normalerweise aus Messing. Für sie kann man eine einfach Politur für Metall verwenden und ein Baumwolltuch. In Extremfällen kann es sein, dass man sich etwas Stahlwolle zur Hilfe holen muss. Aber achten sie darauf dabei nicht das Holz zu berühren. Damit die Pedale wirklich wieder wie neu funkeln muss man sie abbauen und an einer Polierscheibe mit Polierpaste ausreichend bearbeiten.

Auch die Tasten kann man mit feuchtem Leder relativ leicht reinigen. Dabei sollte man darauf achten immer in Längsrichtung zu reiben und niemals quer. Reibt man nämlich quer kann Flüssigkeit in die Zwischenräume der Tasten gelangen. Oft reicht dies aber nicht aus für vergilbte Tasten. Denn nicht alle Tasten sind aus Elfenbein. Auch in der Vergangenheit wurden schon Kunststoffe verwendet. Sie neigen zur Vergilbung. Um dies Vergilbung zu entfernen braucht man leider auch wieder Hilfe von einem Fachmann, der die Tasten mit einer Polierscheibe wieder in neuem Glanz erstrahlen lässt. Vergilbte Elfenbeintasten lassen sich oft noch schwerer Reinigen. Sie muss man nicht nur abschleifen, sondern auch wiederholt mit Wasserstoffperoxid behandeln. Dabei wird natürlich auch immer mehr Material abgetragen. Treten auch noch Risse in den Tasten auf ist man besser beraten die Taste ganz zu ersetzen.

Also pflegt eure Instrumente immer gut, denn sie sind sehr zerbrechlich. Tut ihr dies gut können Sie dem Zahn der Zeit noch Jahrhunderte entgehen und ihr werdet noch lange etwas von ihnen haben.